gespielte Stücke

Dez.
14.
2012

Ein Winter unterm Tisch

"Ein Winter unterm Tisch" von Roland Topor

„Ein Winter unterm Tisch“ erzählt die zarte Liebesgeschichte zwischen der Übersetzerin Florence und ihrem Untermieter Dragomir. Dieser ist aus seiner Heimat, einem unbekannten osteuropäischen Land, geflohen und lebt nun unter Florences Schreibtisch. Die absurde  (Wohn-) Situation ist für die beiden gelebter und geliebter Alltag. Alles ist gut, bis Raymonde, eine Freundin von Florence, und Marc Thyl, ihr Verleger und Verehrer, in dem „Asylanten“  Dragomir ein Problem und eine Bedrohung sehen. Die Situation spitzt sich zu  als auch noch Gritzka, Dragomirs musikalisch begabter Cousin, auftaucht und ebenfalls unterm Tisch Zuflucht findet… Das schräg-schöne Stück hat einen ganz eigenen Zauber, getragen von der wunderbaren Sprache Topors und seinen herzerfrischenden Protagonisten.

Zum Autor:

Roland Topor wurde 1938 in Paris als Sohn einer polnisch-jüdischen Einwandererfamilie geboren. Sein Vater war Bildhauer, konnte sich aber als Künstler in Frankreich nicht etablieren und musste als Polsterer und Lederwarenhersteller arbeiten. Topor wurde als Kind während des zweiten Weltkriegs bei einer Pflegefamilie auf dem Land vor den Nationalsozialisten versteckt. Nach dem Ende des Krieges besuchte Topor von 1946 bis 1955 das Lycée Jacques Decour in Paris. Von 1955 bis 1964 studierte er an der École Nationale des Beaux-Arts in Paris und entwickelte sich zu einem vielseitigen Künstler. Er hat gezeichnet, geschrieben, gemalt und als Schauspieler gearbeitet. Das Stück „Ein Winter unterm Tisch“ entstand während seiner Studienzeit, inspiriert durch seine ständig wechselnden Schlafplätze und den damit verbundenen Erlebnissen. Topor gilt in Frankreich als Kult-Exot, dessen Stücke in vielen freien Theatern gezeigt werden. Er starb 1997 in Paris.
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